Kohlenhydrate sind, was für das Auto das Benzin: Brennstoff. Aber nicht nur das: Einige Kohlenhydrate werden auch als Baustoffe verwendet. Sie sind in fast jeder Nahrung vorhanden, ihre Erscheinungsform unterscheidet sich jedoch erheblich. Und daher sind unterschiedliche Kohlenhydrate auch unterschiedlich auf der Beliebtheitsskala untergebracht. Ja, die Menschen mögen Kohlenhydrate, auch wenn einem gar nicht in den Sinn kommt, dass man von einem Kohlenhydrat spricht.
Zucker ist unbestreitbar äußerst beliebt bei uns Menschen – und ein Kohlenhydrat, neben vielen anderen, die wir tagtäglich zu uns nehmen. Oftmals, ohne uns dessen richtig bewusst zu sein. Und natürlich: Wir lieben süßes so sehr, weil süß bedeutet: Nahrhaft. Nur mit Kohlenhydraten können wir unseren Körper auf Touren halten und uns jeden Tag aufs neue ins Chaos stürzen. Egal ob unser Herz, unser Gehirn oder unsere Muskeln: Sie alle brauchen Kohlenhydrate um zu funktionieren. Jede Sekunde unseres Lebens. In der Ausgabe der Apotheken-Umschau.de vom 12.04.2012 finden Sie einen umfangreichen Bericht über Kohlenhydrate und dessen Wirkung im Körper.
Doch der Teufel steckt wie immer im Detail: Während Süßigkeiten und Zucker weithin als ungesund gelten, werden Vollkornprodukte als guter Tipp bezeichnet – obwohl auch diese als Hauptbestandteil Kohlenhydrate enthalten. Der Grund dafür liegt in der Art, wie die Kohlenhydratmoleküle, die wir zu uns nehmen, aufgebaut sind: Denn Kohlenhydrate sind sehr gesellig. Während in der Glucose, also dem weithin verbreiteten Haushaltszucker lediglich 2 Moleküle eine feste Verbindung eingegangen sind, stecken in Vollkornprodukten lange Ketten von aneinander gehängten Zuckermolekülen. Und weil sich diese Moleküle so gern haben, leisten sie Widerstand, wenn der Körper versucht, sie in sich aufzunehmen. Je länger das Molekül, desto mehr Arbeit muss der Körper in die Spaltung dieser Ketten investieren – und desto langsamer erfolgt auch die Aufnahme in den Körper. Ganz anders die kleinste Einheit des Kohlenhydrate, der Einfach- oder Fruchtzucker. Dieser kann als einziges Kohlenhydrat tatsächlich in unsere Blutbahn gelangen, und von dort aus unsere Zellen mit Energie versorgen.
Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, Zucker mache dick und schade der Gesundheit. Es ist zwar in der Tat so, dass der Körper überschüssigen Zucker einlagert, jedoch in Leber und Muskelzellen und nur bis zu einer bestimmten Menge. Dabei werden die Zuckermoleküle wieder aneinander gelagert. Nicht nur, weil sie sich so sehr mögen: So kann der Körper kontrollieren, wann diese Reserven freigesetzt werden, und wann nicht! Verantwortlich dafür ist das Hormon Insulin. Je nachdem, wie viel Zucker im Blut gelöst ist (also anhand des Blutzuckerspiegels), wird mehr Insulin, oder mehr Glucagon, dessen Gegenspieler ausgeschüttet. Das Insulin ist dabei dafür verantwortlich, dass der Zucker in die Zellen eingelagert werden kann.